-bauratgeber.ch - Tipps zum Thema Keller - 20.02.2018
 Rohbau / Keller       


ZU JEDEM HAUS EIN KELLER

Nur Planungs- und Finanzfachleute diskutieren kontrovers über den Sinn eines Kellers. Für die ueberwiegende Mehrheit der Bauherren gehört er einfach dazu. Ein entsprechender Anbau als Ersatz wäre die völlig verkehrte Einsparung. Die Nutzung des Kellers hat sich allerdings völlig gewandelt. Zusätzliche Wohnräume, Hobby -und Spielräume, in denen sich Kinder lautstark austoben können, sind gefragt. Hinzu kommen Hauswirtschaftsräume und der Wellnessbereich (Sauna), welche den Wohnwert des Hauses steigern. Trotzallem sollte der Bauherr das Kosten-Nutzen-Verhältnis eines Kellerbaus kritisch abwägen.

- Wieviel Platz wird im Haus wirklich gebraucht ?
- Kann ein Keller preisgünstig erstellt werden, oder treibt drückendes Grundwasser die Kosten für Schutzmassnahmen in die  Höhe?
- Ist genug Bauland vorhanden, um preisgünstige Nebengebäude zu erstellen ?
- Benötigt man eine Oelheizung im Keller oder ist der Einsatz einer Kompakt-Gasheizzentrale im Haus möglich?

Ohne Keller sind die Kosten für Nebengebäude, für frostsichere Gründung sowie für bewehrte und gedämmte Bodenplatte dagegenzurechnen. Durch Nebengebäude wird die Freifläche verkleinert. Die Waage neigt sich weiter zu Gunsten eines Kellers, wenn an den Wiederverkaufswert des Hauses gedacht wird. In der Kellerfrage gibt es also eine Menge "Pros" und "Kontras", so dass sie in jedem Fall individuell zu klären ist. Ist die Entscheidung für einen Keller getroffen, hat der Bauherr die Qual der Wahl. Angeboten werden mehrere Kellerbausysteme. Generell muss das Kellermauerwerk die notwendige Druckfestigkeit aufweisen, um die nachfolgenden Geschosse tragen und die Last ableiten zu können. Dazu ist es auch gegen Wärmeverlust zu dämmen und gegen Feuchtigkeitseinfall zu isolieren.


Kellertypen:

Traditionell gemauerter Keller
Der traditionell massiv gemauerte Keller ist nicht mehr die meistgenutzte Bauweise. In der Regel wird er mit den gleichen Wandbaustoffen hergestellt, die man auch im Obergeschossbau verwendet.
Bei Verfüllsystemen werden Hohlformen aus unterschiedlichen Materialien, wie Styropor mit Stahlstabilisatoren, Holz, Holzwerkstoffen, Faserzement, Leichtbeton und Beton, übereinander gesetzt, zum Teil noch mit vertikalen Bewehrungseisen versehen und mit Ortbeton verfüllt. Diese Systeme benötigen (ausser bei Beton-Schalungssteinen) auch keine zusätzliche Wärmedämmung. Eine interessante Alternative stellt der vorgefertigte Ziegel-Gewölbekeller dar. Er bietet das Flair vergangener Baukulturen im eigenen Heim und dazu aussergewöhnliche Nutzungsmöglichkeiten.

Fertigkeller und Modulkeller
Inzwischen neigt sich die Gunst der Bauherren in Richtung Fertig- und Modulkeller. Schnell, kostengünstig und in guter Qualität gefertigt, ist er der Favorit der Zukunft.
Ein Fertigkeller wird aus vorgefertigten Stahlbeton- bzw. Stahlfaserbetonelementen errichtet. Sie werden trocken in Hallen errichtet, zur Baustelle transportiert und montiert.
Eine modernere Form ist der Modulkeller. Hierbei werden Aussenwand- plus Bodenelemente auf einer dünnen Schotterschicht aneinander gefügt.

Konzeptkeller
Der Keller auf Vorrat berücksichtigt die finanzielle Situation des Bauherrn. Auf Streifenfundamenten wird ein sogenannter Nutzkeller mit wenigen Mitteln erstellt und praktisch versiegelt. Er kann zu einem späteren Zeitpunkt ausgebaut werden.
Die Kellerdecke wird vorerst zur Bodenplatte des Hauses. Öffnungen für Fenster und Treppe werden beispielsweise mit Porenbeton zugemauert und können später leicht wieder geöffnet werden.

Stahlbetonkeller
Nur bei örtlichen Problemfällen oder speziellen Grundrissen werden Stahlbetonkeller für Wohnhäuser vor Ort gefertigt. Mit grossem Aufwand wird der zukünftige Keller komplett eingeschalt, die Bewehrung eingesetzt und dann mit Ortbeton (Fliessbeton) verfüllt. Diese Form des Kellerbaus wird bei Anfall von drückendem Wasser mit Zusätzen für wasserdichte Betonkörper gewählt. Allerdings sollte man wissen, dass diese "weisse Wanne" zwar wasserdicht ist, die Feuchtigkeit jedoch durch kapillare Porengänge hindurch gehen kann.

 

 
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