-bauratgeber.ch - Tipps zum Thema Deckenaufbau - 19.08.2018
 Rohbau / Decken / Deckenaufbau       


SIE VERBINDEN UND TRAGEN DECKENVIELFALT

Decken teilen das Haus in mehrere Geschosse. Sie tragen ihre eigene Last, die Nutzlasten sowie auf sie wirkende Verkehrslasten. Diese Lasten übertragen sie auf Wände oder Stützpfeiler. Gleichzeitig leistet die Decke durch die Übernahme horizontaler Lasten (Deckenscheibe) einen wesentlichen Beitrag zur Standsicherheit des Hauses - sie stabilisiert auch die Wände. Weitere wichtige Aufgaben sind Schallschutz (weitgehend der Trittschall), Wärmedämmung (besonders bei Decken gegen unbeheizte Keller und nichtausgebaute Dachräume), Brandschutz (besonders bei Holzhäusern) sowie Feuchtigkeitsschutz.

Tritt- und Luftschallschutz / Brandschutz
Decken müssen luft- und trittschalldämmend sein. Dieses wird durch ausreichende Schwere und/oder durch einen mehrschaligen Decken-Aufbau erreicht. Schwimmend verlegte Deckenauflagen wie Nass- oder Trockenestriche, Dämmschüttungen sowie schwimmend verlegte Holzfussböden verbessern den Trittschall- und auch den Wärmeschutz. Kann kein Deckenaufbau erfolgen, sind zumindest schallschluckende, elastische Bodenbeläge (Kork o. Ä.) vorzusehen. Als Beplankungsmaterial sind Gipsbauplatten und Putze auf Trägern vorteilhaft, sollten aber in jedem Fall federnd aufgehängt sein. Schallabsorbierend sind auch Lochkassetten.
Wärme- oder Kälteschutz wird an allen Aussendecken sowie bei Räumen mit unterschiedlichen Temperaturniveaus, also mit höheren wärmetechnischen Anforderungen, vorgeschrieben.
Der Brandschutz spielt besonders bei Holz- und untergehängten Decken eine Rolle. Er wird hauptsächlich durch den Einsatz feuerhemmender (Gefahrenklasse B) oder feuerbeständiger (Gefahrenklasse A) Materialien erreicht.
Lassen Sie sich also vom Hausanbieter oder vom Architekten zu Verfahren und Materialien umfassend beraten. Besonders jeder hörbare Schritt von "oben" wird später  auf Dauer zum Ärgernis.

Rohbautreppen
Besonders in den unteren Geschossen greifen Bauherren auf strapazierfähige Treppen aus Beton, Stein oder Stahl zurück. Diese werden bereits in der Rohbauphase miteingesetzt, beziehungsweise eingebaut. Unterschieden wird nach Fertigtreppen und Rohbautreppen. Fertigtreppen aus Beton oder Stein sind bereits komplett vorgefertigt und, für die Dauer der Bauphase, mit einem Schutz aus Holzspanplatten (o.ä.) versehen. Sie werden so vor Beschädigungen geschützt. Sogenannte Rohtreppen werden meist als vorgefertigte Laufplattentreppe ohne den vergüteten Vorsatz, beispielsweise Kunstmarmor, nach den Deckenarbeiten eingesetzt. Möglich ist jedoch auch der Aufbau von Rohtreppen mittels Block-, Keil-, Platten- oder Winkelstufen. Diese können frei hochgemauert oder auf einer vorgefertigten schrägen Betonplatte aufgemörtelt werden. Sie weisen entweder bereits eine vergütete Oberfläche auf, oder die Edelbeläge werden in der Ausbauphase aufgesetzt.

Stahlbeton (vorgefertigt)
Sinnvolle Alternativen sind vorgefertigte oder teilvorgefertigte Deckenelemente aus Stahlbeton. Vorteile sind gleichbleibende Qualität, Wetterunabhängigkeit und geringe Schalungskosten. Nachteil ist, dass diese Montagedecken weitgehend von Grundrissform und Abmessung in ihrer Auswahl bestimmt werden.
Eine weitere Möglichkeit sind Filigrandecken, die allerdings nur teilvorgefertigt sind. Mehrere Quadratmeter grosse Platten werden von einem mobilen Kran auf Mauerwerk und wenige Hilfsjoche aufgesetzt. Die Zugbewehrung wird vervollständigt und die Decke bis zur endgültigen Deckenstärke mit Ortbeton aufgefüllt. Vorteil dieser Deckenbauweise ist die Möglichkeit der Verlegung von Versorgungsleitungen. Der Nachteil gegenüber komplett vorgefertigten Deckenelementen ist hier wieder die zusätzliche Baufeuchte und die Abbindezeit des Betons.

Träger- und Balkendecken
Die tragende Konstruktion dieser Einhängedecken besteht aus Trägern oder Balken, die in gleichmässigen Abständen entsprechend der Spannrichtung montiert sind. Zwischen den Trägern werden Steine oder Elemente aufgelegt. Zusätzliche Bewehrungsstäbe zur Aufnahme der Zuglast werden in den Längsfugen verlegt und mit Beton gefüllt.
Die Einhängesteine unterscheiden sich in ihren Eigenschaften sowie im Gewicht entsprechend des verwendeten Materials. Die leichten Gitterträger werden nach einem Verlegeplan von Wand zu Wand verlegt, unterstützt von zusätzlichen Stützjochen.

Stahlbeton (monolithisch)
Sie ist eine Verbundkonstruktion aus Stahlstäben oder -matten und Beton. Der Stahl dient als Bewehrung und hat die Hauptaufgabe, die auf die Decke wirkenden Zugkräfte zu übernehmen. Der Beton dagegen ist für die Druckkräfte zuständig. Die Mauerkrone umläuft generell bei allen Decken den so genannten "Ringanker", der für den Zusammenhalt der Wände sorgt, da sie sonst wie die Blütenblätter einer Tulpe auseinanderbrechen würden. Vorteile dieser Decken sind ihre hervorragenden Lastaufnahmefähigkeiten - ob Zug- oder Druckkräfte - sowie ihre Unabhängigkeit vom Gebäudegrundriss.
Nachteile sind der hohe Aufwand an Schalung und Hilfsjochen, die langandauernde Baufeuchte sowie der ungenügende Trittschall- und Wärmedämmschutz.

 

 
.