-bauratgeber.ch - Tipps zum Thema Dämmungsarten - 22.05.2018
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ENERGIE + GELD SPAREN

Mit dem Thema Luftdichtheit, Wärmebrückenfreiheit und der Dämmung eines Hauses wird jeder Bauherr konfrontiert. Für die Dämmung heisst dieses konkret, dass sie nicht mehr der alleinige Energieeinsparer ist. Damit werden sich die Dämmungsstärken nicht in auswuchernde Dicken am und im Haus weiterentwickeln.

Dämmstoffvielfalt

Die bekanntesten Dämmstoffe zur Wärmedämmung sind zweifellos Mineralfasern und Hartschäume. Mineralfaserdämmstoffe können nach dem Einsatz von Rohstoffen unterteilt werden. So in Mineral-, Stein- und Glaswolle. Angeboten werden die Produkte überwiegend aus Rollen oder Platten. Daneben sind noch dämmende Leichtbauplatten in Verbindung mit Hartschaum oder Mineralfasern im Verbund präsent. Alternative  Materialien sind beispielsweise Perlite, Zellulose, Weichholzfaserplatten und Schaumglas, Kork, Flachs, Baumwolle, Schafwolle, Polyester, Blähton und Schilf- sowie gepresste Strohmatten.
Generell sind die Dämmstoffe mit den grössten Marktanteilen auch die meist kontrollierten und bauphysikalisch über Jahrzehnte erprobten Materialien. Man sollte heutzutage kritisch so genannten natürlichen, gesunden oder ökologischen Dämmstoffen gegenüber stehen. Nicht alles was als natürlich und ökologisch bezeichnet wird, ist letztlich auch gut für die Umwelt oder ist gar ein reiner Naturdämmstoff. Diese Bezeichnungen sind ungeschützt und jeder Hersteller kann seinen Dämmstoff mit diesen Attributen bewerben. Nur als ein Beispiel sei die Schafwolle genannt. Ein guter Dämmstoff,  doch auch er wird gegen Ungezieferbefall mit Boraten behandelt und ist somit kein reiner Naturdämmstoff mehr.

Trocken müssen sie sein
Dämmstoffe sollten bei der Verarbeitung trocken sein. Je feuchter ein Stoff ist, desto besser leitet er die Wärme, und um so schlechter dämmt er. Ein Dämmstoff ist also nur so lange zuverlässig, wie er relativ trocken bleibt. Desshalb werden die Angaben über die Wärmeleitfähigkeit W/(mk) oder u-Werte (W/(m2k) auch ausschliesslich auf den trockenen Werkstoff bezogen. Schlussfolgernd sind die Produkte grundsätzlich trocken und möglichst verpackt oder innen zu lagern. 
 

Die Klassen im Einzelnen

Zur Schalldämmung ist zu sagen, dass eine hohe Rohdichte der Dämmstoffe eine ebenso gute Schalldämmung ausmacht. Der bauphysikalische Grundsatz gilt: Mass nimmt den Schall. Folgerichtig sind Dämmstoffe mit grosser Masse auch gut schalldämmend. Zusammengesetzte Dämmstoffe weisen diesbezüglich besonders gute Werte auf. So beispielsweise doppelwandige HWL-Platten mit innen angeordneter Styropor-Dämmschicht.
Generell sollten nur Dämmstoffe gekauft werden, die entweder genormt oder bauaufsichtlich zugelassen sind - eine Güteüberwachung ist so garantiert. Wie kein anderer Baustoff entscheidet der Dämmstoff über Wohnbehagen, Wohngesundheit und Senkung der Energiekosten und damit über die Zukunftssicherheit ihres Hauses. Dies gilt neben dem Neubau in ganz besonderem Masse für Altbausanierungen und Dachausbauten. Speziell bei der Fassadendämmung ist ein hoher Energieeinspareffekt erreichbar. Besonders für Selbstbauer und Heimwerker sind Dämmmethoden wie die Zwischensparrendämmung gut zu realisieren. Doch bei der Aufdachdämmung und dem Wärmedämmverbundsystem sollten Fachhandwerker zu Rate gezogen werden.

Mineralfasern
Als Mineralfaser bezeichnet man Dämmmaterialien wie Mineral-, Stein- oder Glaswolle. Mineralfasern werden heute aus einer grossen Anzahl von Rohstoffen hergestellt. Sie können aus technischen Stoffen und Mineralien, aber auch aus Gestein und Schlacken geschmolzen werden. Bei Glaswolle wird auch Altglas eingesetzt.
Polystyrol
Polystyrol-Hartschaum wird aus dem Rohstoff Erdöl hergestellt. Das daraus gewonnene Styrol, ein ungesättigter Kohlenwasserstoff, bietet die Basis für den Partikel- oder Extruderschaum. Charakteristisch für den Dämmstoff ist seine gute Dämmleistung.
Polyurethan (PUR)
Polyurethan-Hartschaum ist der dritte im Bunde der gängigsten Dämmstoffe. Auch dieser Schaum wird auf der Basis von Erdöl produziert. Als Treibmittel verwenden die Hersteller heute Pentan, Kohlendioxid oder HFCKW. Für fast alle Dämmarten ist der Hartschaum einsetzbar.
Schaumglas
Schaumglas (Foamglas) wird vorwiegend aus Quarzsand, Dolomit und Kalk gewonnen. In einem anschliessenden Mahl- und Aufschäumprozess gewinnt das Material seine spezifische Struktur.
Holzweichfaser
Holzweichfaserplatten werden aus Holzhack- und Sägespänen hergestellt. Bindemittel sind natürlich Lignine des Holzes, die völlig umweltfreundlich sind.
Perlite
Perlite ist ein Dämmstoff aus vulkanischem Gestein. Durch Schmelzen verwandelt sich das eingeschlossene Wasser im Gestein in Dampf und bläht die Glasschmelze auf ein Vielfaches des ursprünglichen Volumens auf.
Schafwolle
Schafwolldämm- und Isoliermatten aus 100 Prozent Schurwolle zur Wärme- und Schallschutzdämmung werden u. a. gegen Ungeziefer mit Boraten behandelt.
Zellulosefasern
Zelluloseflocken werden unter Verzicht lösungsmittelhaltiger Kleber produziert und eingeblasen. Es gibt jedoch auch Zellulosedämmplatten. Während des Herstellungsprozesses aktiviert Wasserdampf die natürlichen Bindemittel und Borate, die für die Versteifung und die Formstabilität der Platten sorgen.
Baumwolle
Baumwolle ist ein nachwachsender, alternativer Dämmstoff, welcher umweltfreundlich hergestellt wird.
Blähton
Blähton ist wie Perlite ein körniger Schüttdämmstoff welcher jedoch aus geblähtem Ton (siehe Kapitel: Massivbau) gewonnen wird.
Calciumsilikat-Hydrat
Dieser relativ junge Dämmstoff ist ein neues Produkt aus der Porenbetonschmiede. Die wasserdampfdurchlässigen und hydrophobierenden Platten sind aus Kalk, Zement, Wasser und Sand sowie einem porenbildenen Zusatz hergestellt.
Kork
Kork wird aus der Rinde der Korkeiche gewonnen und als Schrot oder Dämmplatte (Blähkork oder Brackkork) angeboten.
Flachs
Flachs als Dämmmaterial besteht aus einheimischen, nachwachsenden Rohstoffen, die umweltfreundlich aufbereitet werden.

 

 
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