-bauratgeber.ch - Tipps zum Thema Markisen - 20.02.2018
 Aussenanlagen / Markisen & Pergolen       


ABGRENZUNG UND SCHATTENSPENDER

Markisen als Schattenspender

Einladender Mittelpunkt in der warmen Jahreszeit, ist die nach Süden hin ausgerichtete Terrasse. Doch stauende Hitze ist nur mit Hilfe von Markisen zu vermeiden. Sie fungieren als Schutz vor übermässiger Sonneneinstrahlung und sind auch gestalterisches Element über der Terrasse oder der Gartensitzfläche.
Es ist egal, ob noch Muskelkraft eingesetzt wird oder motorgetriebene Markisen zum Einsatz kommen, wichtig ist der Effekt. Inzwischen sind Steuerungselemente auf dem Markt, die Markisen bei Sonne automatisch ausfahren lassen und bei Regen oder ab einem bestimmten Winddruck selbsttätig wieder schliessen. Eine Beschädigung - auch bei Abwesenheit - wird damit ausgeschlossen.

Markisenvarianten:

Gelenkarmmarkisen klappen beim Ausrollen auseinander, beanspruchen nur geringen Platz und lassen sich dem Stand der Sonne anpassen.

Kassettenmarkisen zählen zu den gebräuchlichsten Markisen. Sie sind unter technischen Gesichtspunkten eigentlich auch Gelenkarmmarkisen, jedoch mit einer Kassette versehen, in die die Mechanik und Stoffbespannung eingerollt wird. Je nach Bedarf und Anbau am Haus können die Kassetten eine eckige, runde oder ovale Form besitzen.

Korbmarkisen geben der so überdachten Tür oder dem Fenster ein besonderes Flair. Sie können feststehend oder klappbar montiert werden und sind mit Stoff oder Lackfolienbespannung erhältlich.

Fallarmmarkisen können zur Verschattung ganzer Fassaden, Balkone oder Loggien ebenso eingesetzt werden wie für den Schutz der Terrasse vor den Strahlen der tiefstehenden Sonne.

Markisoletten, Senkrechtmarkisen und Wintergartenmarkisen sind von der Bauart her von den vorhergehenden Varianten abgeleitet, haben jedoch meist unterschiedliche Träger- oder Führungsprofile beziehungsweise Drahtseile.

Die Mechaniken oder Trägerarme bestehen aus verzinktem und/oder kunststoffbeschichtetem Stahl oder Aluminium. Als Bezug hat sich ein festes Gewebe aus synthetischen Garnen, so genannter Markisendrillich, gut bewährt.


Privatsphäre  

Heutige, stressgeplagte Bauherren wollen ihr kleines Reich, den Wohngarten, als Oase der Ruhe und des Familientreffs nutzen. Nicht von ungefähr kommt mit der Hinwendung zum Nostalgischen auch der Schutz, die Abgrenzung der privaten Sphäre. Auf der Terrasse oder dem Gartensitzplatz einen schönen Tag geniessen und richtig relaxen, und doch fühlt sich die Familie wie auf einem Präsentierteller und wird, vor Blicken ungeschützt, ob sie will oder nicht, in Gespräche verwickelt. Änderungen durch begrünte Pergolen, Sichtschutz- und Gartenzaunelemente sind möglich, ohne gleich als unhöflich zu gelten. Besonders bei Reihenhäusern bieten sich diese Elemente an.
Der absolute Favorit für die Abgrenzung der Terrasse oder als Gestaltungselement des Gartensitzplatzes ist Holz. Hier sind die Ideen der Bauherren gefragt, denn Auswahl gibt es im Fachhandel reichlich. Ob man selbst zum Holzfachhandel fährt oder sich von einem Gartenbauarchitekten beraten lässt - die Angebote sind vielfältig. Und egal, ob Sie Wind- und Sichtschutzelemente, Pergolen oder Rank- und Ziergitter anordnen oder auch miteinander kombinieren wollen, prüfen Sie, welche Funktion die Elemente erfüllen sollen, und wie viel Platz zur Verfügung steht. Dann erst sollten Sie eine Skizze machen und die Elemente dekorativ sowie grosszügig einsetzen.
Sachlich gesehen ist die Pergola ein Rankgerüst mit Ständern (Pfosten) und obenquerliegenden Lamellen, die ein Beranken fördern. Die verwendeten Materialien reichen vom erwähnten Holz über Stahl, Aluminium und Mauerwerk bis hin zu Natursteinpfosten, auf denen Holzabdeckungen aus Schnitt- oder Rundhölzern verlegt wurden. Die Ständer werden in der Regel auf vorher einbetonierten Punktfundamenten mittels U-Profilwinkeln aufgesetzt, oder circa 80 bis 100 Zentimeter lange, in den Boden eingerammte Stahlspitzen nehmen die Pfosten auf. Oft werden sie mit Rankgittern oder Sichtschutzblenden kombiniert. Sie können auch direkt an das Haus angebaut werden oder als verbindendes Element zwischen Haus, Garage, Terrasse oder Gartensitzplatz dienen. Gleiches wäre zu Sicht- und Windschutz- sowie Rankelementen zu sagen.


Geignete Gartenhölzer

EICHE: Hartholz, ausgezeichnete Festigkeit und Elastizität, schwer, gelbbraun bis dunkelbraun, wenig Abnutzung, Kernholz witterungsbeständig, lässt sich gut bearbeiten, ist relativ wetterfest, insekten- und pilzresistent. Als Gartenholz (splintfrei gefräst, auch ohne Imprägnierung) sehr gut geeignet!
ROBINE. Sehr hartes Holz, meist krumm gewachsen, hält auch ohne Holzschutz 30 Jahre, tendiert zum Reissen, ist gut wetterfest sowie insekten- und pilzresistent. Als Gartenholz gut geeignet.
DOUGLAISE. Mittelhartes, schweres Holz, gelbbraun, lässt sich gut verarbeiten, nur das Kernholz ist relativ wetterfest und wird selten von Insekten und Pilzen befallen, neigt jedoch nach einiger Zeit zum Verziehen. Als Gartenholz gut geeignet.
LÄRCH. Mittelhartes, rötliches Holz, einziges schweres, heimisches Holz mit relativ hoher Wetterfestigkeit, neigt zum Reissen und Splittern, gute Festigkeit und Elastizität. Als Gartenholz gut geeignet.
RED CEDAR. Das rötliche Nadelholz der kanadischen Rotzeder ist relativ leicht und dennoch sehr fest, extrem verwindungsarm, sehr widerstandsfähig und auch ohne Behandlung absolut wetterfest, jedoch bleicht diese Holzart aus und wird grau. Sie hat einen natürlichen Holzschutz, das Thujapin. Als Gartenholz sehr gut geeignet (jedoch ohne Erdkontakt!).
KIEFER. Mittelhartes, gelbes bis rötlich braunes Holz, gute Festigkeit und Elastizität, ist anfällig für Pilz- und Parasitenbefall (ausser Kernholz), muss daher mit Holzschutzmitteln behandelt werden. Als Gartenholz (chromfrei imprägniert und heissdampffixiert) relativ gut geeignet!
TANNE. Weiches, helles Holz, gute Festigkeit, splittert leicht, ist nur bedingt wetterfest, Holzschutz ist ein Muss. Als Gartenholz nur bedingt geeignet!
FICHTE. Weiches, helles und leichtes Holz, bildet das Schlusslicht der Hölzer mit den grössten Schwächen, reisst leicht, ist nur wenig wetterfest und anfällig für Pilz- und Insektenbefall. Als Gartenholz nicht geeignet.
BANGKIRAI. Sehr schweres Hartholz, enorme Festigkeit (50 % höher als Eiche), geringste Verformung und Rissbildung, Resistenzklasse 1, ohne Holzschutz dauerhaft haltbar. Wasser oder Erdkontakt sind kein Problem. Jedoch sollte dieses Importholz nur aus kontrollierten Abbaugebieten verwendet werden.

Holzschutz

Nässe und Hitze setzen dem Holz besonders zu. Neben der UV-Strahlung, die das Lignin der Zellwände schwächt und zerstört, ist es die Feuchtigkeit, die das Pilzwachstum fördert. Stauende Nässe bildet die grösste Gefahr für Holz im Freien. Das stehende Wasser zieht durch die Kapillarwirkung des Holzes schnell in dieses ein. Die Bildung von Schimmelpilzen ist die Folge. Deshalb kommt dem Holzschutz besondere Bedeutung zu. Grundsätzlich ist immer der konstruktive Holzschutz dem chemischen vorzuziehen, da dieser keinerlei gesundheitliche Risiken in sich birgt und die Umwelt nicht belastet, Konstruktiver Holzschutz bedeutet:

- Weite Dachüberstände, damit Sparren, Holzfassaden, Fenster und Türen sowie Carpots vor Schlagregen geschützt sind.
- Ungeschützt stehendes Holz - besonders bei Pergolen, Sichtschutzwänden aus Holz, Zäunen und Pfosten - konstruktiv abdecken oder Tropfkanten ausbilden. Ist dieses nicht möglich, sind Nute einzufräsen, damit das Wasser nicht an wichtigen Standkonstruktionen herunterläuft und so eindringen kann.
- Generell sind alle offenporigen Stirnseiten des eingebauten Holzes abzudecken, da sie an diesen Stellen besonders anfällig gegenüber Schädlingen sind. Möglichst sollen wasseraufnehmende Ecken und Winkel vermieden werden.

Da bei Aussenanlagen jedoch nicht immer die Möglichkeit zum konstruktiven Holzschutz gegeben ist, werden weitere Schutzmassnahmen erforderlich. Der chemische Holzschutz wird meist durch die Hersteller realisiert. In früheren Jahren wurde das Holz in Borsalzlösungen getaucht, heute in der Regel kesseldruckimprägniert. Daneben gibt es noch Vakuum- und Niederdruckverfahren (auch Einlagerungsverfahren genannt). Achten Sie auf chromfreie Imprägnierungsmittel! Die Heissdampffixierung ermöglicht eine sofortige Verwendung des frisch imprägnierten Holzes.

Der Bauherr selbst kann den physikalischen Holzschutz auf das Holz auftragen. Dieser "Wetterschutz" kann nicht den konstruktiven und chemischen Holzschutz ersetzen, sondern nur ergänzen. In der Regel sind dies Lasuren oder/und Lacke, welche die Oberfläche des Holzes schützen sollen. Holzlasuren auf der Basis pflanzlicher Wachse und Öle dringen ins Holz ein, verhärten es aber nicht. Eine Barriere gegen UV-Strahlung und Wasser wird damit errichtet. Das Regenwasser muss beispielsweise abperlen. Ist dieses nicht mehr der Fall, ist der Anstrich zu erneuern. Die Angebote sind zahlreich. Zu Gunsten der Gesundheit sollte auf pestizide und biozide Mittel verzichtet werden.

 

 
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