-bauratgeber.ch - Tipps zum Thema Gartenanlagen - 21.05.2018
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AUF DEN BODEN KOMMT ES AN

Der kleine Hausgarten sollte multifunktionell angelegt und genutzt werden. In diesem modernen Gartentyp gärtnert man zum Stressabbau, zieht sich zurück zur Entspannung oder geniesst das gesellige Beisammensein mit Kindern und Nachbarn. Also ein Ort, der zur Freizeitgestaltung einlädt. Doch vor Einrichtung des "grünen Wohnzimmers" steht erst die Beseitigung allen Bauschutts an. Die überwiegende Mehrheit der Bauherren verfügt über Grundstücke zwischen 600 und 1'000 Quadratmetern Grösse. Nach Abzug der Hausfläche lassen Terrasse, Wege und Garage oder Carport meist nur noch einen kleinen Garten zu.
In der Regel erlaubt die Lage des Hauses einen kleinen Vorgarten. Diese "Visitenkarte" ist meist mit Blumen gestaltet und sollte harmonisch einladend und zum Haus passend angelegt werden. Das Hauptaugenmerk richtet sich jedoch auf den Bereich hinter dem Haus. Der multifunktionelle Wohngarten muss mit den Gegebenheiten des Grundstücks, wie Grösse, Lage, Sonneneinfall, Windbelastungen und der Bodenbeschaffenheit in Einklang gebracht werden. Auf einer Skizze (Massstab 1:100) mit Grundstück und Haus, werden Aussenanlagen (wie Mauern, Zäune oder Hecken, Terrasse, Pergolen sowie Wege und Stufen) eingezeichnet. Dann können Sie die gewünschte Sitzecke, Bäume, Beete, Pavillon und so weiter optimal auf dem Papier anordnen und nacheinander einrichten, pflanzen oder bauen. Gemüse, Blumen und Sträucher wachsen nicht auf jedem Boden. Sehr oft sind Böden übersäuert oder phosphat-überdüngt.

Wunschliste: Wohngarten

- Blumenbeete oder -ecken
- Liegewiese und Pool
- Gartensitzecke mit Grillplatz
- Gemüse- und Kräutergärtchen
- Obstbäume und -sträucher
- Kinderspielecke mit Sandkasten
- bei Hanglagen der Steingarten
- kleines Biotop mit Gartenteich und Kompostecke
- Gartenpavillion, die Laube
- Geräteschuppen
- Wäscheplatz

Wieviel Platz für welche Pflanze

- Apfel- und Birnbäume, Süss- und Sauerkirsche, Pflaumen und Aprikosen, Halbstamm, kleinkronig: ca 5 x 5 Meter
- Walnussbaum: 8 x 8 Meter
- Stachel- und Johannisbeersträucher (rot und weiss): 1,5 x 2 Meter
- Johannisbeersträucher (schwarz): 2 x 2,5 Meter
- Himbeeren und hochwachsende Brombeeren: 0,50 x 2 Meter
- Erdbeeren: 0,30 x 0,30 Meter
- Hecken: 0,20 Meter (bis 0,50 hoch) und 0,35 Meter (bis 1,50 hoch)


Bodenarten

Leichte Böden
Sandböden ohne wesentliche Nähr- und Humusstoffe. Diese Böden werden vom Wind leicht abgetragen und können Wasser nicht speichern, deshalb erodieren sie schnell. Der Spaten gleitet leicht und tief in die Erde, die Wandungen rieseln rechts und links wieder herunter - ein untrügliches Zeichen für einen "leichtgewichtigen" Boden. Dieser sollte nie ohne schützende Pflanzendecke der Witterung ausgesetzt werden. Mit Hilfe von Kompost, Tonmehl und Mulchdecken werden der Humusanteil und die Speicherfähigkeit erhöht.

Schwere Böden
Ton oder Lehm sind Hauptbestandteile dieser Böden, welche sich schwer bearbeiten lassen. Nur mit Mühe ist der Spaten in die Erde zu drücken. Ist aus der Probe eine Kugel zu formen, weist dies auf einen hohen Ton- oder Lehmanteil hin. Feste, verschlämmte Krusten halten bei Regen das Wasser sehr lange und neigen zu stauender Nässe. Eine längere Zeit für die Kultivierung ist einzuplanen. Durch Zugabe von Kompost, Sand und Mulch lässt sich dieser Boden verbessern.

Mittlere Böden
Mischungen aus den vorher beschriebenen Arten. Sandiger Lehmboden ist ein häufig vorkommender, nährstoffhaltiger und fruchtbarer Untergrund, welcher, mit Humus angereichert, ein sehr guter Gartenboden ist. Ideal ist natürlich ein bereits vorhandener Humusboden. Der Spaten dringt mühelos ein und fördert dunkelbraune, locker auseinanderfallende Erde zutage. Ohne Vorarbeiten kann mit der Gartenarbeit begonnen werden. Sehr gute Gartenerde ist der so genannte Löss, der fruchtbarste unter den Böden. Anzutreffen ist er hauptsächlich in Flusstälern. Auch steinige Erde zählt zur weit verbreiteten Gruppe der mittleren Böden. Laut knirschende Geräusche beim Graben zeugen jedes Jahr aufs Neue von nach oben "wandernden" Steinen aus Basalt, Schiefer, Grauwacke und Kalkschotter. Meist ist jedoch die sie umgebende Erde fruchtbar, so dass man es trotz dieses Übels mit einem guten Boden zu tun hat. Innerhalb dieser Gruppen sind beispielsweise Kalksteinböden sehr alkalisch (pH-Wert über 8) und moorige Böden zu sauer (pH-Wert unter 6).

Stauende Nässe:
Gewarnt werden muss auch vor stauender Nässe. Wasser ist ein Lebenselexier, ohne das keine Pflanze wachsen und gedeihen kann. Ein Übermass lässt jedoch Wurzeln abfaulen. Die Folge: Blumen, Sträucher und sogar Bäume sterben ab. In diesem Fall muss vor Beginn aller Arbeiten eine Drainage verlegt werden, welche das Wasser sammelt und ableitet.
Nach der Bautätigkeit ist die Erde vom Baugeschehen festgefahren und verdichtet sich, deshalb:

- tief grobschollig umgraben / umpflügen,
- gesamte Fläche mit einer Gründüngung (Lupinen, Kleearten und Ackerbohnen) versehen. Sie "graben" tiefer als der Spaten, lockern den Boden auf und nehmen dem Unkraut die Möglichkeit, sich zu verbreiten. Sonnenblumen, dazwischengesetzt, lassen diese Flächen für die Übergangszeit schön aussehen.
- Gönnen Sie dem Boden anschliessend Ruhe, damit er sich von der Bautätigkeit erholen kann. Bestens geeignet ist dazu eine Überwinterung, der Frost zerkleinert die groben Erdschollen.

Doch dann kann die Familie endlich loslegen. Über das "wie" wollen wir hier nicht berichten.



Notwendige Gartenwerkzeuge


Gutes Werkzeug erleichtert die Arbeit. Folgende Geräte sollten vorhanden sein:
- Spaten mit Quergriff (dieser sollte bis zur untersten Rippe reichen!)
- Grabegabel mit vier Zinken
- Kultivator mit drei bis fünf gebogenen Zinken
- Harke (Kräuel, Vierzahn)
- Rechen, mit 10 bis 16 gebogenen Zinken und langem Stiel
- Rasenmäher
- zweiseitig nutzbare Gartenhäckchen

Ausserdem brauchen Sie auch Kleingeräte wie beispielsweise Pflanzschaufel, Diselstecher, Minisauzahn, und Einzinken-Bodenlüfter. Dieses Handwerkszeug benötigt dann auch einen trockenen Platz zur Aufbewahrung. Und nun viel Spass bei der Arbeit, aber auch beim Relaxen und Feiern in Ihrer "Oase".

 

 
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