-bauratgeber.ch - Tipps zum Thema Der Schwedenofen - 16.08.2018
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COOLER AUFTRITT. FEURIGES VERGNUEGEN

Die heutzutage in grosser Vielfalt angebotenen Öfen - im Fachhandel sowie gelegentlich auch in Baumärkten - laufen unter der Bezeichnung Kaminofen oder ehemals auch Schwedenofen genannt. Der Kaminofen erfreut sich bereits seit etlichen Jahren grosser Beliebtheit und der Weg scheint auch weiterhin nach oben zu führen. Warum ist das so? Was sind seine besonderen Vorteile?
Der Kaminofen ist der ideale Zusatzheizer für die Übergangszeit. Zu seinen besonderen Pluspunkten zählt die Tatsache, dass er bereits auch für den kleinen Geldbeutel erschwinglich ist. Man spricht deshalb auch von einer günstigen Einstiegsmöglichkeit in die Welt des Feuererlebnisses. Sicherlich gibt es auch zahlreiche Modelle, für die man schon etwas tiefer in die Tasche greifen muss, aber das bleibt dann der Entscheidung jedes Einzelnen überlassen.


Platz ist in der kleinsten Hütte

Auch hinsichtlich des Platzbedarfs gehört der Kaminofen zu den Anspruchslosen: Es besteht die Wahl zwischen der Verwendung als Eckofen oder als Wandofen; aber auch die Möglichkeit, ihn mitten in den Raum zu stellen ist bei einigen Wohnsituationen eine gute Lösung. Schlanke Modelle mit einer Breite von weniger als 50 cm sorgen dafür, dass das Thema "Platzproblem" kaum eine echte Chance hat. Der Kaminofen wird schliesslich wegen seiner geringen Abmessungen und dem sich daraus ergebenden "Freiraum" besonders geschätzt. Er ist mobil und anpassungsfähig und kommt daher besonders jungen Leuten sehr entgegen - wohnliche Veränderungen machen ihm nicht viel aus. Er stellt nur eine Bedingung: Ein Kamin muss vorhanden sein! Dann steht dem Einheizen nichts mehr im Wege.


Richtig Feuer machen

Das Feuererlebnis ist wohl ein Punkt, der beim Erwerb eines Kaminofens neben der Erzeugung von Wärme im Vordergrund steht. Es macht dem Besitzer daher auch meistens nichts aus, wenn er zunächst für die entsprechende "Nahrung" sorgen muss, ehe er sich dem Vergnügen - reinen Gewissens - hingeben kann. Wir wissen mittlerweile, dass wir durch das Heizen mit Holz unsere sich stets vermindernden Ressourcen an fossilen Brennstoffen, wie Öl, Gas und Kohle, schonen und darüber hinaus dem Weltklima sowie der Forstwirtschaft etwas Gutes tun. Eines sollten Sie bei der Verwendung von Holz als Brennstoff immer beherzigen: Trockenes Holz hat im Vergleich zu waldfrischem Holz einen mehr als doppelt so hohen Heizwert! Fazit: Nur gut abgelagertes, trockenes Holz verwenden! Höchste Heizleistung bei niedrigsten Emissionswerten - das sollte immer das angestrebte Ziel sein. Die Kaminofenhersteller geben ihr Bestes, um ein in dieser Beziehung optimales Produkt anbieten zu können. Doch - wie gesagt - auch der spätere stolze Besitzer des Kaminofens muss seinen Part dazutun, indem er seine "Quelle der Behaglichkeit" so bedient, dass sie auch halten kann, was sie verspricht. Wirkungsgrade von 70 bis 80 % sind heutzutage keine Seltenheit mehr. Je höher der Wirkungsgrad, desto umweltfreundlicher die Verbrennung: Geringer  Schadstoffausstoss und optimale Ausnutzung des Brennstoffs sind das Ergebnis. Ein minimaler  Restanteil an zurückbleibender Asche ist hierfür unter anderem der Beweis. Sofern der Kaminofen mit einem Rost ausgestattet ist, lässt er sich übrigens zusätzlich auch mit Braunkohlebriketts befeuern, die für eine lang anhaltende Glut und hohen Heizwert sorgen.

 
Schnelligkeit ist keine Hexerei

Der Kaminofen ist für seine schnelle Reaktion bekannt. Den Aufstellraum innerhalb kurzer Zeit zu erwärmen, ist für ihn kein Problem. Konvektionswärme und Strahlungswärme ergänzen sich auf ideale Weise, um kurzfristig wohltuende Wärme zu verbreiten. In der Regel geht man davon aus, dass der Kaminofen ca. 70 % Konvektionswärme und ca. 30 % Strahlungswärme erzeugt.
Konvektionswärme bedeutet: Kühle Luft wird von unten in den Ofen angesaugt, hier erwärmt sie sich während des Aufsteigens am inneren Korpus und tritt durch Lüftungsschlitze als Warmluft wieder aus.
Strahlungswärme wird bei allen Kaminöfen zunächst einmal über die Sichtscheibe abgegeben. An dieser Stelle ergibt sich zwangsläufig die Überleitung zu einem weiteren Thema:


Die Kaminofen-Verkleidung

Diese sorgt - je nach Art der Verkleidung - in mehr oder minder starkem Masse für einen zusätzlichen Anteil an gesunder Strahlungswärme. Vom Kachelofen wissen wir beispielsweise, dass die Keramikkachel über besondere Fähigkeiten verfügt. Sie ist in der Lage, Wärme zu speichern und sie langsam in den Raum abzugeben. Aus diesem Grunde ist der Kaminofen oftmals von einem "Keramikmantel" umgeben, wobei Form und Farbe des "Mantels" kaum Wünsche offen lassen. Selbst ein Auswechseln der Seitenelemente - falls die Farbe mal nicht mehr passen sollte - ist meistenteils gar kein Problem.
Neben der Kachel erfreut sich ein aus dem hohen Norden zu uns gekommenes Produkt grosser Beliebtheit: der Speckstein. Speckstein zeichnet sich durch eine extrem hohe Wärmespeicherfähigkeit sowie Wärmeleitfähigkeit aus. Aufgrund dieser hervorragenden Eigenschaften wird er daher ebenfalls gerne als Verkleidungsmaterial für den Kaminofen eingesetzt - als kompletter Mantel oder auch nur an markanten Stellen, wo die Wärmespeicherung besonders wichtig ist, wie beispielsweise im Warmhaltefach.
Falls diese wunderschönen Naturprodukte den Geschmack des Kaminofen-Liebhabers noch nicht getroffen haben, hält der Markt noch zahlreiche weitere Varianten bereit. - Vielleicht soll es ja ein besoners moderner, eleganter Kaminofen sein ....? Modische Öfen aus glänzendem Edelstahl setzen sich durch extravagante Formen und Materialkombinationen besonders in Szene und sorgen für einen "coolen Auftritt". Angesichts der enormen Vielfalt an unterschiedlichen Modellen in der Welt der Kaminöfen bleibt nur die Empfehlung: Wer suchet, der findet! Denn über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten ....


Sichtbare Wärme

Eines der wichtigsten Kriterien bei der Auswahl des wärmenden Elements ist bisher noch zu kurz gekommen: die gute Sicht auf das Flammenspiel. Wie beim Kamin spielt auch beim Kaminofen die möglichst freie Sicht auf das Feuer eine besondere Rolle. Da Holz ein langflammiger Brennstoff ist, sind die Glastüren, die im Laufe der Zeit immer weiter verbessert wurden, inzwischen nicht nur besonders gross, sondern häufig auch aussergewöhnlich hoch ausgelegt. Bis zu den Flammenspitzen soll das sich stets verändernde Bild des Feuers mit den Augen verfolgt werden können.  Für den einwandfreien "Durchblick" sorgt eine spezielle Luftführung, die Gase und Russpartikel vom Sichtfenster fernhält.
Sie möchten das Feuer von möglichst vielen Seiten sehen können? Mit einer runden Sichtscheibe geben sich einige Hersteller noch nicht zufrieden - bei einigen Modellen lässt sich der Feuerkorpus sogar um einige Grad zur linken oder rechten Seite drehen.
Für das gesunde Raumklima hat man sich ebenfalls noch etwas einfallen lassen: den integrierten Wasserbehälter zur Luftbefeuchtung; sicherlich auch ein interessantes Extra.
Die speziell für die dauerhafte Beheizung eines Wohnraums ausgelegten Dauerbrandöfen sind häufig mit einer Automatik ausgestattet, die für eine geregelte Wärmeleistung sorgt. Eine optimale Brennstoffausnutzung und somit eine umweltschonende Verbrennung werden durch diese automatische Regelung gewährleistet.


Das besondere Etwas

Kaminöfen sind nicht nur Schmuckstücke, sondern auch wahre Alleskönner. Wie wär's mit Selbstgebackenem aus dem Backfach Ihres Kaminofens? Oder reicht Ihnen auch das praktische Warmhaltefach, um gelegentlich Ihr Kännchen Tee geraume Zeit warm zu halten?

 

 
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