-bauratgeber.ch - Tipps zum Thema Teich-Heizung - 21.05.2018
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EIN NEUER TREND

Einen Gartenteich heizen? Die meisten Leser dieses Artikels werden den Kopf schütteln. Doch wer erst einmal einige hundert oder vielleicht tausend Franken für einige Koi ausgegeben hat oder wem seine Goldfische und Koi über die Jahre so ans Herz gewachsen sind, dass der Verlust wirklich schmerzen würde, der sollte diesen Artikel etwas genauer lesen.

Bei vielen Fischteichen, wobei besonders Goldfische etwas empfindlicher als andere Fische sind, wurde bereits beim Bau ein entscheidender Fehler gemacht: Sie sind nicht tief genug. Eine maximale Tiefe von 2 m sollte es schon sein, damit der Teich wirklich frostsicher ist, er also nicht durchfriert.
Eine andere Gefahr bei einer geschlossenen Eisoberfläche ist das Ansammeln schädlicher Stoffe und Gase unter der Eisdecke. Während im normalen Gartenteich Pflanzen für eine gewisse Entlüftung sorgen, fehlen diese in Koiteichen oft. Eisfreihalter und Belüfter können zwar auch einen Gasaustausch gewährleisten, aber eben nur bis in bestimmte Bereiche. Bei -20°C sind auch diese Hilfsmittel wirkungslos. Und das sind Temperaturen, die zumindest kurzfristig zuletzt im Winter 2002 erreicht wurden.

Die einzige Lösung, seine Fische wirklich sicher durch den Winter zu bringen, ist dabei die Aufheizung des Teichwassers. Dies kann auf mehrere Arten geschehen.

Es gibt Heizer, die auch im Winter im Teich verbleiben können und zumindest eine kleinere eisfreie Fläche garantieren. Die Leistung liegt bei bis zu 300 Watt. Das Heizrohr ist nicht, wie man es von Aquarienheizern kennt, aus Glas, sondern aus Metall, z.B. Titan. Ein Styroporring lässt den Heizer dicht unter der Oberfläche schwimmen. Eine wettersichere Anschlussleitung von 10 m sollte den nächsten Stromanschluss erreichen (in diesen Teichen wird ja in der Regel sowieso Technik verwendet).Diese Heizung wird am besten mit einem Frostwächter kombiniert, der das Gerät erst bei Temperaturen unter ca. 5°C einschaltet. So wird gewährleistet, dass nicht unnötig Strom verschwendet wird.
Wer jedoch in seinem Teich auch im Winter eine minimale Technik, z. B. einen kleinen Filter laufen lassen will, der ist darauf angewiesen, dass der gesamte Teich etwas erwärmt wird. Um Kosten zu sparen, aber auch den Stoffwechsel der Koi auf einem Minimum zu belassen, ist eine Erwärmung über 5°C zu vermeiden. Um einen ganzen Teich mit 10 oder 20 m3 zu erwärmen, ist es sinnvoll, die eigene Hausheizung einzusetzen und über Wärmetauscher zu arbeiten. Dazu wird eine Leitung von der Heizung zum Teich gelegt. Wichtig ist, dass die Leitung nicht nur tief genug und damit frostsicher verlegt wird, sondern zusätzlich gut isoliert ist. Über einen Wärmetauscher (eigentlich ein Heizkörper, er muss aber korrosionsfest sein) wird die Heizungswärme auf das Teichwasser übertragen. Dies geschieht z. B. in einer Kammer eines Filters. Einige Spezialisten für Koiteichbau und Händler von Zubehör können hier Lösungen anbieten.
Der Tauscher wird mit einem elektronischen Regler verbunden, der das Ventil zum Austauscher erst unter 5 oder 6°C öffnet. Wichtig ist es auch, den Wärmetauscher unbedingt frostsicher unterzubringen, hier kann sogar zusätzlich ein kleiner Teich- oder Aquarienheizer in die Tauschkammer des Filters eingebracht werden, um ein Einfrieren zu verhindern. Trotzdem sollte diese Leitung über mehrere Ventile abgesichert und separat ablassbar sein, damit bei einem Stromausfall die Leitung notfalls geleert werden kann.

Damit ist hoffentlich geklärt, wann und in welchen Teichen eine Teichheizung eine sinnvolle Ergänzung oder vielleicht sogar eine Notwendigkeit sein kann.

 

 
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