-bauratgeber.ch - Tipps zum Thema Komponenten - 22.05.2018
 Haustechnik / Sicherheitstechnik / Komponenten        


ALARMZENTRALE, DAS HERZSTUECK

Komponenten einer Einbruchmeldeanlage

Das Herzstück jeder Einbruchmeldeanlage ist die Zentrale. Ihre wichtigsten Funktionen sind:

1. Entgegennahme aller von den Meldern kommenden Signale (Einbruch- und Überfallmelder).
2. Überwachungs- und Kontrollfunktionen (überprüft wird der ordnungsgemässe Zustand und die Stromversorgung).
3. Auswertung der Scharfschalteinrichtungen (Blockschloss, Bedieneinrichtung).
4. Auslösung der Alarmierung (Sirene, Blinklicht, Telefonwählgerät, Polizeidirektleitung).


Aufbau der Zentrale

Einbruchmeldezentralen haben einen modularen Aufbau und eine Vielzahl verschiedener Programmmöglichkeiten, wodurch eine genaue Anpassung der Überwachungsaufgabe an das jeweilige Sicherungsobjekt möglich ist. Kleinere Zentralen haben maximal 4 Meldelinien; sie sind in der Regel zur Absicherung für Einfamilienhäuser ausreichend.
Für höhere Sicherheitsansprüche und grössere Objekte bieten sich mittlere Zentralen mit 4 bis 10 Meldelinien an. Gegebenenfalls können mit einem Zusatzgerät die Meldegruppen je nach Anforderung beliebig erweitert werden. Alle Meldegruppen werden auf ihren elektrischen Widerstand überwacht. Durch Sperrtasten sind bei guten Anlagen verschiedene Meldegruppen abschaltbar. Dadurch kann die Anlage bei Abwesenheit wie auch bei Anwesenheit der Bewohner eingeschaltet werden. Zur Vermeidung selbstausgelöster Fehlalarme sollte die Möglichkeit einer Scharfschaltung und einer Alarmverzögerung bestehen.
Da eine solche Anlage einiges an Kosten und Eingewöhnung erfordert, sollten Sie sie sehr sorgfältig planen und sich unbedingt von kompetenter Seite beraten lassen.


Planung der Anlage

Der Planung einer Einbruchmeldeanlage sollte zunächst eine gewissenhafte Sicherheitsanalyse vorausgehen. Dabei müssen alle Schwachstellen des Hauses aufgedeckt werden. Zusätzlich sind noch weitere Überlegungen anzustellen:

Verlangt der Versicherer aufgrund des Sicherheitsrisikos zur Deckung der Versicherungssumme eine Alarmanlage?

Gibt es Werte, die durch besondere Sicherungsmassnahmen geschützt werden müssen?

Stehen die Bewohner unter einem erhöhten Sicherheitsrisiko, so dass eine Überfallmeldeeinrichtung wichtig wird?

Wie lange dauert es im Alarmfall bis Hilfe (Polizei oder Bewachungsunternehmen) eintrifft?

Können Sie von Nachbarn Unterstützung und Kooperation erwarten?

Welche Störfaktoren könnten den einwandfreien Betrieb der Alarmanlage beeinträchtigen?

Ist die ordnungsgemässe Funktion der Anlage gewährleistet (konsequentes Scharfschalten)?

Von der Qualität der Einbruchmeldezentralanlage hängt es ab, wie wirkungsvoll Sie das Sicherungskonzept gestalten können. Man unterscheidet im wesentlichen die Konzepte der "Abwesenheitssicherung" sowie der "Anwesenheitssicherung". 


Die Abwesenheitssicherung

Sie besteht aus einer umfassenden Absicherung der Wohnbereiche. Die Abwesenheitssicherung beginnt bei der Innenraumüberwachung (meist Bewegungsmelder in Form von Infrarot-, Ultraschall- oder Radarmeldern). Bei Abwesenheit wird die Alarmanlage extern, also von aussen, scharf geschaltet. Im Fall eines Einbruches oder einer Sabotage löst die Einbruchmeldeanlage sofort Hauptalarm aus. Eine sinnvolle Ergänzung hierzu ist eine lückenlose Aussenhautsicherung, bestehend aus Öffnungsmeldern für Fenster, Türen und sonstige Einstiegsmöglichkeiten. Zusätzlich kann für Eingangsbereiche und Durchgänge eine Fallensicherung projektiert werden. Besonders wertvolle Gegenstände überwacht man durch eine Objektsicherung (z.B. Tresorüberwachung).


Die Anwesenheitssicherung

Sie hat die Aufgabe, Ihnen einen "ruhigen Schlaf" zu garantieren. Einzelne Bereiche des Hauses werden durch eine Alarmanlage kontrolliert. So brauchen die Bewohner nicht zu fürchten, über Nacht oder während sie beschäftigt sind, still und leise überrascht und bestohlen zu werden. Als Sicherung bei Anwesenheit kommt die Aussenhautüberwachung in Frage. Die Innenraumüberwachung scheidet für diesen Sicherungszweck aus, weil man schliesslich die Bewegungsfreiheit in den eigenen vier Wänden nicht einschränken möchte. Sie schalten die Einbruchmeldeanlage zur Anwesenheitssicherung intern an der Anlage selbst oder an einem Bedienteil scharf bzw. unscharf. Der Alarm kann nach Wunsch des Betreibers programmiert werden und zwar intern als Voralarm oder als Hauptalarm mit Verzögerung. Gut platzierte Überfallmelder und Notrufdrücker sichern selbst vor ungebetenen Ganoven.


Sabotageschutz

Alle Leitungen der Anlage werden widerstandsüberwacht; jede Veränderung (z.B. Durchtrennen oder Überbrücken) registriert die Zentrale als Sabotage. Ausserdem sind alle Gehäusedeckel gegen Abnehmen gesichert, so dass jeder Eingriff an Meldern, Alarmgebern sowie der Zentrale bei scharfgeschalteter Anlage sofort zu einem Aussenalarm führt. Auf diese Sabotagelinie werden gewöhnlich auch alle Überfallmelder gelegt.


Moderne Technologie

Die neue Generation von Einbruchmeldeanlagen arbeitet auf der Basis modernster Datenflusstechnik. So stehen alle Komponenten der Anlage permanent in direkter Verbindung. Informationen können ausgetauscht und präzise abgefragt werden.
Ein weiterer Schritt in die Zukunft wurzelt in der modernen Datenfernübertragung: Per Ferndiagnose können ohne Verzögerung alle Zustandsmeldungen im normalen Betriebsfall als auch im Gefahrenfall abgefragt werden.


Profitipps

Die Zentrale muss an einer geschützten Stelle innerhalb des Überwachungsbereiches untergebracht sein. Damit ist sichergestellt, dass die Anlage nicht durch Sabotage gestört werden kann. Für die Energieversorgung ist neben dem Netzanschluss eine Notstromversorung vorzusehen, die einen Stromausfall von mindestens 60 Stunden überbrückt.
Alle hochwertigen Anlagen müssen gegen Manipulation von aussen geschützt sein.

 

 
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