-bauratgeber.ch - Tipps zum Thema Aufbau - 25.09.2017
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DURCHBLICK BEIM FENSTER

Variationen in Glas

Für Fenster bedeutet dies  insbesondere auch, dass die Ansprüche an den Baukörperanschluss steigen. Beim Einbau kommt es darauf an, unterschiedliche Materialien so miteinander zu verbinden, dass keine Wärme- oder Schallbrücken entstehen und dass rundum alles dicht ist. Eine Arbeit, die man dem Fachmann überlassen sollte.
Die Glasart sollte auf die jeweiligen Bedürfnisse an Wärmeschutz, Lärmschutz, Sicherheit und sonstige Eigenschaften abgestimmt sein. An ein und demselben Haus können dabei ganz unterschiedliche Ansprüche an das Fenster auftreten. Am verbreitesten sind heute Zweischeiben-Wärmeschutzgläser. Sie bestehen aus einer doppelten Scheibe, wobei eine Innenseite zur Wärmedämmung mit einer hauchdünnen Metallschicht bedampft ist. Der Zwischenraum ist mit Luft oder besser mit Edelgas aufgefüllt. Einen noch höheren Wärmeschutz erreichen Dreischeibengläser mit einer doppelten Metallbeschichtung.
Viele der heute angebotenen Wärmeschutzverglasungen bieten einschliesslich der Fensterrahmen einen Schallschutz von 25 bis 35 Dezibel, was in den meisten Fällen ausreichend ist. Für höhere Anforderungen gibt es spezielle Schallschutzfenster. Wo das unbefugte Eindringen Dritter verhindert werden soll, sind einbruchhemmende Fenster erforderlich. Sie bestehen aus Einscheiben- oder Verbundscheiben-Sicherheitsglas und können mit einbruchhemmenden Beschlägen wie zum Beispiel Schliesszylindern oder selbstverriegelnden Fenstergriffen nach Bedarf "aufgerüstet" werden. Zu den Spezialgläsern zählen weiter Sonnenschutzgläser, welche bei extremem Sonneneinfall einen Teil der Strahlung abfangen.


Rahmen im Rampenlicht

Das beste Glas nützt wenig ohne einen guten Rahmen. Je kleiner das Glas, desto grösser wird der Rahmenanteil des Fensters. Bei den Materialien setzen die einen auf Holz, die anderen auf Kunststoff. Durchaus ein Thema, wenn auch mit deutlich geringerem Marktanteil, ist Aluminium.
Viele Vorteile besitzt der traditionelle Rahmenwerkstoff Holz. An erster Stelle stehen dabei die sehr guten wärmedämmenden Eigenschaften. Ein anderer Pluspunkt ist die gute Ökobilanz von Holz. Vorausgesetzt es stammt aus nachhaltiger Waldwirtschaft, wie in Deutschland und Skandinavien üblich. Bei Holz aus Übersee ist die Nachhaltigkeit oft nicht gewährleistet, in jedem Fall drückt der Transport auf die Ökobilanz. Holzfenster sollten regelmässig gestrichen oder lasiert werden. Früher stand diese Arbeit alle zwei bis vier Jahre an, heute verbessern neue Oberflächenverfahren den Holzschutz und strecken den Abstand zwischen den Streicheinheiten.
Rahmen aus Kunststoff, meist Polyvinylclorid (PVC) besitzen ein im wahrsten Sinne des Wortes "vielfältiges" Innenleben. Die ausgeklügelten Mehrkammersysteme schaffen einen Puffer zwischen der kalten Aussenluft und der warmen Innenluft. Bei grossen Rahmenschenkeln sorgen Metalleinlagen in den Kunststoffprofilen für die notwendige Stabilität. Um die Wärmeverluste auf Grund der guten Wärmeleitfähigkeit von PVC aufzufangen, schäumen die Fensterhersteller die Kammern mit Dämmstoff aus.
Verfechter von Kunststoff-Fenstern führen häufig auch den günstigen Preis, die Pflegeleichtigkeit und die gute Witterungsbeständigkeit an. Der Preis ist jedoch abhängig von der Ausführung und unterliegt grossen Spannen. Auch muss fairerweise das Entsorgungsproblem angesprochen werden, das sich aus der Beständigkeit des Materials ergibt.

Aluminiumrahmen
Aluminiumfenster zeichnen sich durch beachtliche Langlebigkeit aus. Sie bieten ein hohes Mass an Witterungsbeständigkeit und sind zudem pflegeleicht. Weiterhin ist Aluminium präzise formbar und lässt sich jedem denkbaren Stil der Fassade anpassen. Mit thermisch getrennten Profilen wird die Wärmeleitfähigkeit (Kondenswasserbildung) reduziert.

Neue Probleme durch moderne Fenster

Ein hochwertiger Kompromiss sind die Holz-Aluminium-Rahmen. Die Kombination Holz innen und Aluminium nach aussen hin ist extrem langlebig und vereint viele Vorteile wie zum Beispiel gute Elastizität und Stabilität. Der massive Holzrahmen übernimmt dabei die tragende und dämmende Funktion, die äussere Verblendung mit Aluminium dient dem Witterungsschutz und verbessert die Optik.
Damit die Entwicklung zu immer dichteren und hervorragend wärmegedämmten Fenstern sich nicht als unerwünschtes Kondenswasser an den Wänden niederlässt, ist erstens ein kontinuierlicher Luftaustausch und zweitens eine nicht zu hohe Raumfeuchte wichtig. Erreicht werden diese Voraussetzungen durch regelmässiges Stosslüften, eine automatische Lüftungsanlage oder durch Fensterrahmen mit integriertem Lüftungssystem. Dabei wird die Frischluft in den Rahmenkammern erwärmt und erst dann über ein Druckausgleichsprofil in den Raum geführt.


Was bedeutet was?

Wer sich mit Fenstertechnik beschäftigt, stösst schnell auf die Begriffe g-Wert, k-Wert und neuerdings auch U-Wert. Verbraucherfreundlich ist dieser Werte-Salat nicht gerade, mit einer kurzen Erklärung wird es aber schnell verständlich:

Der g-Wert (Energiedurchlassgrad):
Fenster sind nicht nur Wärmeverlustbauteile, sondern bringen über die Sonneneinstrahlung auch Wärmegewinne. Diese fliessen in die Berechnung des Jahresheizenergiebedarfs mit ein. Der Anteil des Sonnenlichtes, der durch die Gläser dringt, wird durch den g-Wert, den Energiedurchlassgrad festgehalten.

Der U-Wert (früher k-Wert)
Der U-Wert ist ein Mass für den Wärmedurchgang eines Bauteils und wird in W/qmK (Watt pro Quadratmeter und Kelvin Temperaturunterschied) angegeben. Je kleiner der U-Wert, desto weniger Wärme geht verloren.

Äquivalenter U-Wert (früher keq)
Der äquivalente U-Wert, auch als Bilanz-U-Wert bezeichnet, ist die Schnittmenge aus den beiden anderen Werten. Er berücksichtigt sowohl Dämmeigenschaften als auch passive Energiegewinne. Der äquivalente U-Wert ist somit massgebend für die Energiebilanz.


Einbruchhemmende Fenster

Viele Fenster und Glastüren geben ein exklusives Wohngefühl. Für einen Einbrecher allerdings sind einfache Fenster kaum ein Hindernis. Er braucht nur die Scheibe einzuschlagen, um dann durchzugreifen und das Fenster von innen zu öffnen. Einziges Handicap für ihn ist dabei der entstehende Lärm von zerklirrendem Glas. Dem geht der Einbrecher aus dem Weg, indem er mit dem Glasschneider nur eine kleine Öffnung ins Glas schneidet oder den Fensterstock durchbohrt, um dann mit einem speziellen Draht den Fenstergriff und die Verriegelung zu betätigen.

Abschliessbare Fenster und Terrassentüren
Sichern Sie alle Fenster, die von aussen ohne Hilfsmittel, wie z.B. Feuerwehrleitern, Garagenvorsprünge usw., leicht erreichbar sind. Auch Fenster und Balkontüren in oberen Stockwerken sowie Dachluken und Lichtkuppeln sind nicht zu vernachlässigen, denn so mancher Einbrecher betätigt sich gern als Kletterkünstler. Es können verschiedene Sicherungsmassnahmen wirkungsvoll eingesetzt werden: Tauschen Sie einfach den vorhandenen Fenstergriff gegen einen absperrbaren Griff mit Druckzylinder aus. Bei eingedrücktem Zylinder ist der Fenstergriff in jeder Stellung verriegelt. Auch für Balkontüren gibt es absperrbare Hebetürbeschläge, die durch Knopfdruck verriegelt werden.

Einbruchhemmendes Glas
Damit Fenster vollen Widerstand gegen Einbruchversuche bieten, sollten alle Glasflächen mit einbruchhemmendem Glas oder glasähnlichem Kunsstoff ausgestattet werden. Dazu gehört auch die entsprechende Rahmung des Glases. Der Rahmen muss den gleichen Sicherheitswert aufweisen und das erhöhte Gewicht der Sicherheitsverglasung tragen können. Je nach Sicherheitsbedürfnis gibt es Verbundglasscheiben von einbruchhemmend bis hin zum durchschusssicheren Panzerglas.

 

 
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