-bauratgeber.ch - Tipps zum Thema A - C - 16.08.2018
 Lexikon / Baulexikon / A - C       


Von A wie Abbinden bis C wie Clou

Abbinden

1.) im Holzbau: vorbereiten und zuschneiden einer Holzkonstruktion (z. B. Dachbalkenkonstruktion) im Werkhof für den späteren Transport und Einbau auf der Baustelle.
2.) in der Beton- und Mörtelherstellung: ein chemischer Vorgang beim Übergang vom plastisch feuchten in den erstarrten Zustand.

Abgang

Mit dem Abgang wird das letzte Stück eines WC gemeint, dh. das rohrähnliche Anschlussstück an die Hausinstallation. Man unterscheidet
horizontale Abgänge und vertikale Abgänge. Bei den heute üblichen wandhängenden WC-Formen wird jedoch ausschliesslich der horizon-
tale Abgang benutzt.

Abgasvorschriften

auf Bundes- und Kantonsebene. Die Luftreinhalteverordnungen (LRV) enthalten Vorschriften über die Grenzwerte für gesundheitsschädigende Abgase. Die Einhaltung derselben wird periodisch geprüft (Abgas- und Heizungskontrollen etc.).

Abrieb
 
eine Mischung aus Sand und mineralischen oder Kunststoffbindemittel; auch als Fertigabrieb erhältlich. Abrieb ist je nach ästhetischer Vorliebe mit feiner oder grober Körnung erhältlich. Gröbere Abriebe sind eigentlich Aussenputze und höchstens für besondere Effekte geeignet. Je nach Art des Auftragens und des verwendeten Werkzeugs erhält die Oberfläche eine verschiedene Struktur, gleichmässig oder gerichtet, mit positiver oder negativer Körnung etc.

Absorbtion

Bei der Absorbtion wird von einem Gegenstand Schall, Materie oder Strahlung, z.B. Sonnenstrahlung, aufgenommen und von der absorbierenden Materie in Wärme umgewandelt. Dunkle Flächen absorbieren besser als helle.

Adhäsion

Durch Molukularkräfte bewirktes Aneinanderhaften zweier Körper. Auch Haftfähigkeit und Festigkeit von Klebstoffen. Wird beeinflußt durch Produkt- und Oberflächenbeschaffenheit, auch Verschmutzung.

Akustik

Die Akustik eines Raumes beeinflußt die Reflektion des Schalls. So tritt z.B. in Räumen aus wenig schalldämmenden Materialien starker Widerhall auf.

Atmungsaktivität

Luft- und Dampfdurchlässigkeit. Je dichter ein Baustoff ist, desto geringer ist seine Atmungsaktivität. Atmungsaktive Baustoffe (z.B. Ziegel und Porenbeton) fördern ein gutes und angenehmes Raumklima, da sie den Feuchtigkeitsaustausch zwischen Innenraum uns Außenluft gewährleisten.

Altlasten

als unbekannte Risiko- und Kostengrösse in belasteten Böden. Altlasten sind gesundheits- und umweltgefährdende Ablagerungen von Industire-, Gewerbe- oder anderen Betrieben (Militär, Spitäler, Labors etc.). Die Schadstoffemissionen können Luft, Boden und vor allem das Grundwasser beeinträchtigen. Die Umweltgesetzgebungsrevision (USGrev.) sieht vor, die Sanierung von Altlasten auf Gesetzesebene zu regeln. Die Aufnahme und Registrierung von Altlastenverdachtsstandorten wird laufend gesamtschweizerisch ergänzt. Als Rechtsgrundlagen dienen bis heute das Gewässerschutzgesetz (GSchG) und die Technische Verordnung über Abfälle (TVA).

Anker

1.) im Hochbau zur Verbindung von verschiedenen Bauteilen, z. B. Maueranker etc.
2.) im Spezialtiefbau, wo Anker beispielsweise als Stahlanker bei Baugrubenumschliessungen die Kräfte in den dahinterliegenden Baugrund übertragen müssen.

Armierung

auch als "Bewehrung" bezeichnet, ist eine aufgrund eines Armierungsplanes erstellte Stahleinlage im Beton, in Form von profilierten Baustählen und Betonstahlmatten. Durch die gerippten Stahlstäben wird eine gute Verbindung mit dem Beton geschaffen. Die Armierung darf nach dem Betonieren nirgends sichtbar sein. Dies wäre ein gravierender Mangel, welcher im Laufe der Jahre zu Korrosionsschäden führen würde. Die Stärke einer Armierung wird durch den Bauingenieur (Statiker) berechnet.

Asbest

ein cancerogen wirkender Baustoff. Es handelt sich um eine mineralische Faser aus Serpentin. Die Widerstandsfähigkeit gegen Säuren, die Hitzebeständigkeit und schlechte Wärmeleitung etc. prädestinierten den Asbest als Material für feuerfeste Schutzkleider, Filtertücher, Dichtungen, Isolationen, Bauplatten etc. Die Verwendung ist heute wegen den Gesundheitsrisiken (Asbestose) stark eingeschränkt. Siehe auch "Faserzement".

Ausblühungen

weissliche Ablagerungen von wasserlöslichen Salzen an der Oberfläche von Bauteilen. Durch Wasser oder Feuchtigkeit werden die Salze gelöst und beim Trocknen an die Oberfläche befördert, wo sich feine Kristalle bilden. Ihre Ursache kann in den Binde- oder Frostschutzmitteln, im Mörtelsand, im Anmachwasser oder einer unsachgemässen Lagerung von Baustoffen (Backsteinen, Sand etc.) liegen. Ebenso kann das Nichtabdecken fertiger Bauteile bei Niederschlägen oder durch Betonwasser zu Ausblühungen führen. Die Beseitigung  erfolgt in einfachen Fällen durch Abbürsten des weissen Belages mit einer Reisbürste. Bei wiederholtem Auftreten sollte ein Spezialist beigezogen werden.

Ausmass

als Grundlage für die Akkordabrechnung. In den Kostenvoranschlägen und Offerten der Handwerker und Unternehmer sind die Masse in der Regel aufgrund der Pläne eingesetzt, oder es sind sog. "Eventualpositionen" vorgesehen. Für die definitive Bauabrechnung (Akkord- und Zusatzauftragsrechungen) aufgrund des Werkvertrages müssen diese Masse genau erfasst, nachgeprüft und in Form eines Ausmassprotokolls festgehalten und gegenseitig genehmigt werden.

Backstein

ein aus Ton oder Lehm geformter, maschinell hergestellter, bei ca. 1'000° C gebrannter Vor- oder Hintermauerstein. Backsteine sind in verschiedenen Qualitäten (normale, hochwertige, Sonderqualität) Grössen und Formaten (Modul-, Normal- und Sichtbackstein) erhältlich. Backsteinmauerwerk bietet gute Wärmedämmung, hohe Wärmespeicherfähigkeit und geringe Abkühlungsgeschwindigkeit. Vorfabrizierte Backsteinwandelemente nach vorgegebenen Massen industirell hergestellt, beschleunigen den Arbeitsablauf auf der Baustelle.

Baubiologie

als anwendungsorientierter Teil der Biologie, der "Wissenschaft des Lebens". Die Baubiologie versucht durch die Anwendung umweltfreundlicher Techniken (Solar- und Windtechnik etc.) und die Verwendung natürlicher Baumaterialien (Holz, Öle, Wachse, Lehm, giftfreie Anstriche etc.) für Menschen und Tiere gesunde Raumverhältnisse, ohne schädliche Einflüsse (Wasser-, Erd- und andere Strahlungen, Elektrosmog etc.) zu schaffen.

Baugespann

als Teil des Baugesuches. Bei der Einreichung eines Baugesuches ist die dreidimensionale Profilierung des Neubauvorhabens an Ort durch einen Vermessungsfachmann (es muss nicht der offizielle Geometer / Vermessungsingenieur sein) erforderlich. Diese Provilierung dient der Beurteilung des Bauvorhabens durch die Baubehörde und der Orientierung der einspruchsberechtigten Nachbarn.

Baugrunduntersuchung

eine Vorsichtsmassnahme vor dem Festlegen der Fundationsmethode bei einem Bauwerk mit Hilfe von Sondierbohrungen, Rammsondierungen, Probeentnahmen mit Sondierprotokollen und Untersuchung des entnommenen Materials im Labor. Aufgrund der damit erhaltenen Daten wird ein geologisches Gutachten erstellt. Dieses enthält Vorschläge für die bestmögliche Fundationsmethode sowie das voraussichtliche Setzungsverhalten des geplanten Objektes.

Bauhandwerkerpfandrecht

als gesetzliches Pfandrecht. Jeder Unternehmer und Handwerker hat bei Nichtbezahlung seiner Leistungen (Material und Arbeit oder Arbeit allein) durch den Bauherrn resp. den Generalunternehmer, falls er als Subunternehmer Leistungen erbrachte, gemäss Art. 837, Abs. 3 ZGB Anspruch auf die Errichtung eines gesetzlichen Grundpfandrechtes. Es liegt im Interesse des Bauherrn, darauf zu achten, dass seine Werkvertrags-Partner ihre Zahlungsverpflichtungen rechtzeitig, dh. vertragsgerecht erfüllen. Eine Absicherung gegen Bauhandwerkerpfandrechte kann durch entsprechende Formulierungen in den Werkverträgen sowie durch finanzielle Sicherstellung (Garantien) erfolgen.

Baumassenziffer

bezeichnet den anrechenbaren oberirdisch umbauten Raum (mit Aussenmassen) in Kubikmetern, welche auf den Quadratmeter Grundfläche entfallen dürfen.

Baumwolle

Baumwolle ist ein nachwachsender, alternativer Dämmstoff, welcher umweltfreundlich hergestellt wird.

Bauschutt-Recycling

als sinnvolle Wiederverwertung von Abbruchmaterial. Bauschutt muss nach Materialien getrennt, aufbereitet und einer geeigneten Wiederverwertung zugeführt werden (z. B. Belagsaufbereitung).

Bau- und Zonenordnung (BZO)

als Bauregelung auf Gemeindeebene. Sie basiert auf der kantonalen Planungs- und Baugesetzgebung. Die Bau- und Zonenordnung enthält die detaillierten Vorschriften, welche für das Bauen in einer Gemeinde massgebend sind. Sie beinhaltet auch die Zoneneinteilung (Bauzonen, Erholungszonen, Freihaltezonen und Reservezonen).

Bauzonen

als Aufteilung eines Gemeindegebietes in Kernzone, Wohnzonen, Industrie- und Gewerbezonen, Zonen für öffentliche Anlagen, Freihaltezonen und übriges Gemeindegebiet. Sie richtet sich nach der kantonalen Planung und Baugesetzgebung. Siehe auch "Planungs- und Baugesetz".

Beton

ein Baustoff aus Sand, Kies und Bindemittel, der auf der Baustelle in feuchtem, plastischem Zustand in Formen (Schalungen) eingefüllt und ev. nach Plan mit Baustahl bewehrt (armiert) wird, um die Zug- und Schubkräfte aufzunehmen. Die bekanntesten Arten von Beton sind Zement-Kalk-, Gips- und Asphaltbeton. Magerbeton (Sauberkeitsschicht) enthält nur wenig Bindemittel und wird für die Verfestigungen des Baugrundes eingesetzt. Leichtbeton enthält Bims, Perlit oder Blähton. Sperrbeton weist einen höheren Gehalt an Zement auf und ist wasserundurchlässig (vor allem für Wannenfundamente geeignet). Man unterscheidet Beton auch nach der Art der Herstellung in Ortsbeton (auf der Baustelle hergestellt) oder Transportbeton (ab Werk mit Transportmischer auf Baustelle zugeführt).

Bewehrung

auch als "Armierung" bezeichnet, besteht aus Betonstahl (siehe weitere Ausführungen unter "Armierung").

Bidet

ursprünglich zur Intimpflege bestimmt, hat sich das Bidet zur multifunktionallen Waschfunktion gewandelt.

Bimsstein

ein  Baustein aus porenreichem vulkanischem Kies. Aufgrund der grossen Porosität ergibt sich ein geringes Gewicht und eine hohe Wärmedämmung. Grosse Formate ermöglichen schnelles, wirtschaftliches und einfaches Bauen. Bimssteine zeichnen sich durch leichte Bearbeitbarkeit aus. > Naturstein ABC

Bitumen

als natürliche Kohlenwasserstoffgemische. Daraus werden Asphalte, wasserabweisende Bautenschutz- und Bindemittel, Isoliermittel, Bitumendichtungsbahnen, Bitumenspezialpapiere etc. hergestellt.

Blähton

Blähton ist wie Perlite ein körniger Schüttdämmstoff welcher jedoch aus geblähtem Ton (siehe Kapitel: Massivbau) gewonnen wird.


CAD

C
omputer Aided Design, ein leistungsfähiges Werkzeug für die Arbeit in Zeichnungs- und Planungsbüros.

Calciumsilikat-Hydrat

Dieser relativ junge Dämmstoff ist ein neues Produkt aus der Porenbetonschmiede. Die wasserdampfdurchlässigen und hydrophobierenden Platten sind aus Kalk, Zement, Wasser und Sand sowie einem porenbildenen Zusatz hergestellt.

Clou

Spezielle Ueberlaufvariante für den Waschtisch, bei der die Ueberlauffunktion durch den Ablauf realisiert wird.
Vorteile: Kein verdrecktes Ueberlaufloch; sehr schöne Aestethik.

 

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